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Synagoge in Turnov

Die Synagoge in Turnov stammt aus dem Jahre 1719. Sie wurde als ein gemauertes Steingebäude auf der Strassenecke des jüdischen Stadtviertels erbaut. Heute befindet sich im Innern des Hausblocks. Die ersten drei aus Holz konstruierten Synagogen, die uns aus historischen Quellen bekannt sind, brannten während der Brände der Stadt in den Jahren 1643 und 1707 nieder.
Die ersten schriftlichen Erwähnungen über jüdische Kommunität in Turnov stammen aus dem Jahre 1527.

Die Architektur der Turnauer Synagoge ist ein typisches Muster der Spätbarockarchitektur von Synagogen in Böhmen. Innere Ausstattung ist aus drei Teilen zusammengesetzt: Eintrittsteil wurde als Vorhalle ausgenutzt, Zentralteil diente als Bethaus und dritter Teil war Frauengalerie. Zu dieser Frauengalerie führt aus dem kleinen Hof ein ursprüngliches steinernes Treppenhaus, das mit einer  Schifferbedachung bedeckt ist. Ein Pförtchen unter dem Treppenhaus führt  zu dem seitlichen kleinen Hof der Synagoge, mit einer wirkungsvollen Statue des Golems, des legendären Kunstwesens.

Das Wort Synagoge ( in hebräischer Sprache „bejt kneset“ – Haus der Versammlung“) stammt aus  dem griechischen Wort für „Versammlungsort“. Zum Unterschied von der Kirche füllte Synagoge nicht nur die Funktion des Bethauses, sondern hat man hier auch über Religionsgesetz gelernt und sie diente auch für öffentliche Handlungen der Judengemeinde. Innere Gestalt der Synagoge wurde durch religiöse Vorschriften diktiert. Zentrale Stelle ist der Heilstand, inwelchem die Rollen von Thora (mit den Texten der biblischen Fünf Bücher von Moses) aufbewahrt wurden. Diese waren mit Wickelband umgewickelt, mit einem Deckmantel, reich dekoriertem silbernem oder Messingschild und einer Krone aus demselben Material überdeckt. Auf Holzhaltern der Rollen waren verzierende Aufsätze angebracht

Oberhalb des Heilstandes sind ursprüngliche Holzplatten der Zehn Gebote Gottes (hebräisch „luchot habrit“) angestellt. Der Aufmerksamkeit wert ist auch ein siebenarmiger Leuchter.

Der Gottesdienst in der Turnauer Synagoge verlief bis September 1941, als es vom Amts wegen des Protektorats Böhmen und Mähren verboten wurde.. Die Turnauer Judenkommunität wurde am 16. Januar 1943 nach Terezín (Theresienstadt – Stadt-Ghetto in Böhmen) und von dort am 20. Januar 1943 in das Konzentrationslager Osvětim (Auschwitz-Birkenau) in Polen transportiert, wo ihre Mitglieder ermordet wurden.

Nach dem Kriege strebten die überlebenden Mitglieder der Judenkommunität strebten nach der Erneuerung der Tätigkeit in Turnov, schrittweise hat die Mehrheit emigriert und das Judenleben in Turnov ging zugrunde. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts bis zu dem Jahre 2003 diese Synagoge als Lagerraum. In jener Zeit hat man leider im Innern viele schonungslose  Baueinrichtungen vorgenommen. Im Jahre 2003 hat die Stadt Turnov die Synagoge gekauft. Anspruchsvolle Reparatur wurde teilweise von dem Königreich Norwegen aus  norwegischen Fonds durch die Vermittlung finanzieller Mechanismen Europäischer Union mit der Summe von 280 010 Euro finanziert. Kosten auf gesamte Rekonstruktion machten fast 14 Millionen CZK.
Hergestellt 23.8.2018 12:07:24 | gelesen 8065x | hlousekm
 

Projekt byl spolufinancován z prostředků ERDF prostřednictvím Euroregionu Nisa - Nysa.

Projekt byl spolufinancován z prostředků ERDF prostřednictvím Euroregionu Nisa - Nysa.
Projekt je podpořen z Dotačního fondu Libereckého kraje.
Synagoga Turnov
Židovská synagoga Turnov
Krajířova 2199
Turnov, 511 01
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